Die elektronische Kaffee App

Kaffee und Espresso Apps

Der Morgen ohne einen richtigen Kaffee oder Espresso, ist für einen richtigen Kaffeetrinker kaum noch vorstellbar! Ganze 216 Liter des koffeinhaltigen Getränks trinkt im Schnitt jeder Bundesbürger pro Jahr! Wir kennen die Wünsche und Gewohnheiten der Kaffeetrinker ganz genau und können aus dem großen Onlineangebot in der Kategorie Kaffee & Espresso, Kaffee-Vollautomaten, Espressomaschinen, Kaffeepad-Automaten oder Milchschäumer, wichtige Tipps und Empfehlungen für die richte Kaffee-App geben.

Great Coffee App (iPhone, iPad)

Unter diesem Link ist die App zu finden:  http://greatcoffeeapp.com/

Die App (Great-Coffee-App) im Überblick – 15 Kaffeevariationen

  • Espresso Con Panna
  • Cafeccino
  • Latte
  • Espresso
  • Espresso Macchiato
  • Espresso Lungo
  • Espresso Doppio
  • Espresso Ristretto
  • Espresso Romano
  • Cappuccino
  • Americano
  • Latte Macchiato
  • Caffe Mocha
  • Irish Coffee
  • Wiener Kaffee
  • Marocchino

Kaffee und Handy im Zeitalter der Elektronik
Kaffee und Handy im Zeitalter der modernen Elektronik

 

 

 

In der heutigen Zeit gibt es für jeden das richtige Kaffeeabo

Die Nicht Elektronische Geschichte des Kaffees

Was könnte harmloser sein als eine Tasse Kaffee? Heute ist es kaum vorstellbar, dass der – Wein des Islam – vor 300 Jahren anfing, ganz Europa durcheinander zu wirbeln. Anfangs sickerte er nur tröpfchenweise in die westliche Kultur, um sie wenig später mit dem Tempo einer Seuche und der Kraft einer Revolution zu verändern. Es ist nicht übertrieben: Die Kaffeehäuser Europas wurden zu den Brutstätten der Moderne.

Italien

In der reichen Handelsstadt Venedig soll bereits 1640 das erste Kaffeehaus gestanden haben. In der Folge verwandelten sich die Schenken am Markusplatz fast über Nacht in Cafés. Damals trug die Republik Venedig noch den stolzen Titel Königin der Meere und genoss ihren Ruf als Sündenpfuhl voller orientalischer Lustbarkeiten. Ihre ersten Kaffeehöhlen waren einfache Räume mit Holzbänken, ohne Fenster und schwach beleuchtet. Am Morgen trafen sich hier Kaufleute, Handelsreisende, Rechtsgelehrte und Ärzte. Gegen Mittag kamen die Arbeiter, am Abend dann die Künstler, Lebemänner und ihre Kurtisanen. Die Venezianer wurden mokkasüchtig dunkelhäutige Straßenhändler verkauften den caffe turco überall. Das Caffe Florian in Venedig, in dem auch ein gewisser Giacomo Casanova verkehrte, übertraf seine türkischen Vorbilder an Schönheit. Honore de Balzac, der es gar auf 60 Tassen Kaffee am Tag gebracht haben soll, beschrieb es später respektlos als eine undefinierbare Einrichtung. Heute ist das Florian eine Touristenfalle – und sündhaft sind nur noch die Preise. In das römische Antico Caffe del Greco in der Via dei Condotti hat es mehr Musiker, Maler, Literaten und Gelehrte gezogen als in jedes andere Café der Welt. In seinen winzigen Räumen saßen Goethe, Liszt, Gogol und viele andere berühmte Männer an den Marmortischen. Auf das 1831 eröffnete Caffe Pedrocchi in Padua mit seinen Säulen und Balustraden passt nur noch das Wort Tempel. Kein Volk hat seine Cafés mit größerer Pracht ausgestattet als die Italiener im 19. Jahrhundert. Und ob an der Theke einer billigen Bahnhofsbar oder in den prunkvollen Kaffeepalästen von Turin: Jeder Italiener ist davon überzeugt, dass italienischer Kaffee der einzig trinkbare ist.

England

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts begann die seit dem Mittelalter unangefochtene Alleinherrschaft der Schenke in England zu wanken.
Ein türkischer Einwanderer namens Jacob eröffnete 1650 in Oxford sein Angel Coffee House, das erste auf der Insel. Bereits um 1700 soll es allein in London schon 3000 Kaffee Häuser gegeben haben, 20 Jahre später waren es sogar 9000. Bevor England zu einer Hochburg der Teetrinker wurde, war es hundert Jahre lang der größte Kaffeeschlund Europas. Das erste öffentliche Kaffeehaus in der Londoner City stand neben der St.-Michaels-Cornhill- Kirche. Viele Gelehrte begrüßten es, dass das neue Getränk das Volk endlich aus den Tavernen, Pubs und Gin Palaces fortlockte. Die Alkohol- Lobby wehrte sich mit wütenden Pamphleten gegen die trockene Konkurrenz.

Der König war machtlos

Der König von England musste als erster westlicher Monarch erleben, was schon den moslemischen Herrschern widerfahren war: Wenn das Volk seinen Kaffee will, wird es gefährlich. Seine Majestät, King Charles II. (1630-1685), war nicht amüsiert darüber, welch böswillige und schändliche Nachrichten über das Königshaus in den Kaffeehäusern verbreitet wurden. Seine anno 1675 verfügte Schließung aller Kaffee Häuser musste Charles nach einem wütenden Proteststurm der Bürger schon elf Tage später widerrufen.

Kaffee und Computer
Kaffee und die modern Elektronik – Computer

Versicherungsbörse und Debattierclub

Das Kaffeehaus entwickelte sich immer mehr zum quirligen Zentrum des öffentlichen Lebens. Es war alles auf einmal: politischer Debattierclub, Nachrichtenbörse, Zeitungsredaktion und Postadresse. Ärzte und Scharlatane empfingen dort ihre Patienten, Verträge wurden geschlossen und Stellen vermittelt. Jenny nannte man sie, denn für Twopence konnte jedermann eine Tasse Kaffee haben, stundenlang am Kaminfeuer sitzen, die ausgelegten Zeitungen lesen und nach Herzenslust debattieren. Dabei entsprachen die verqualmten, dunklen Höhlen bei weitem nicht heutigen Komfortstandards. Die Männer rauchten aus Tonpfeifen, bis die Augen tränten. Bald suchte sich jeder Berufsstand sein bevorzugtes Hauptquartier. Im Turk’s Head stand der Literatenstammtisch des Gelehrten Dr. Samuel Johnson, während die Kaufleute ihre Geschäfte am liebsten im Garraway’s abwickelten, das deshalb als die Wiege der Londoner Wertpapierbörse gilt. Auch der weltgrößte Versicherungskonzern Lloyds ist in einer Kaffeebude in der Tower Street entstanden; sie wurde 1688 von Edward Lloyds eröffnet. Schiffsmakler, Händler und Kapitäne gingen bei ihm ein und aus. Die Blütezeit der englischen Kaffee Häuser ging schon um 1750 zu Ende. Schuld daran war vor allem die weltwirtschaftliche Entwicklung. Die Engländer ersetzten den Kaffee bald durch Tee aus China. Später führten sie ihren Tee von den eigenen Plantagen in Indien ein, um Devisen zu sparen.

Frankreich

Während in der typisch venezianischen Bottega del caffe die Gäste in erster Linie auf süßes Nichtstun aus waren, ging es in London und Amsterdam vor allem ums Geschäft. In Paris wurde noch eine weitere Variante des Cafes geboren, eine brisante Mischung aus Leidenschaft und Esprit. Der Sizilianer Francesco Procopio dei Coltelli hatte in Paris als kleiner Limonadenverkäufer angefangen, bevor er 1689 sein eigenes Cafe gegenüber der alten Comedie eröffnete. Die Räume, ehemals ein galantes Bad, waren mit hohen vergoldeten Spiegeln, teuren Seidentapeten, Marmortischen und Kristalllüstern ausgestattet. So viel verschwenderische Eleganz war bis dahin den Palästen und Salons Vorbehalten gewesen. Das Cafe de Procope in Saint-Germain war das erste und bald auch berühmteste Cafe Frankreichs und ist noch heute als Restaurant in Betrieb. Es vereinigte in sich bereits die beiden elementaren Eigenschaften aller französischen Cafes: Es taugte zum Rendezvous ebenso gut wie zur Verschwörung. Die Kavaliere konnten hier endlich ihre Damen ausführen, die im Procope außer dem begehrten Mokka auch erlesene Liköre, feines Gebäck und Eis serviert bekamen. Geistesgrößen wie Rousseau, Diderot und Voltaire fühlten sich im Procope ebenso zu Hause wie später der Oberjakobiner Robespierre und der junge Bonaparte. Auch Heinrich Heine, Karl Marx und Richard Wagner haben dort ihren Kaffee geschlürft.

Versammlungsorte der Bürger

Ab 1710 trafen in Paris die ersten Kaffeelieferungen von der französischen Bourbon-Insel ein – der Kaffeepreis sank. Tout Paris traf sich in den Kaffeegärten des Palais Royal. Und während im Cafe Valois noch die greisen Vertreter des An- cien Regime stilvollendete Konversation betrieben, redeten sich im Cafe Corazza nebenan schon die ersten Intellektuellen die Köpfe heiß. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mauserte sich das Kaffeehaus immer mehr zum Versammlungsort des bürgerlichen Standes. Die Gedankenschmiede der Aufklärer entpuppte sich als Treibhaus des Umsturzes. Hundert Jahre nach der Eröffnung des Pro- cope wurde ein anderes Pariser Cafe berühmt – als ein Schauplatz der Französischen Revolution. Der Journalist Camille Demoulins stieg am 12. Juli 1789 auf einen Tisch des Cafe Foy und rief die Menge zu den Waffen, zwei Tage später stürmte das Volk die Bastille. Napoleon trank zwar als Feldherr selbst literweise Kaffee, verbot aber während der Kontinentalsperre gegen England die geröstete Kolonialware.

Die Zeit der Boulevard-Cafes

Nach Napoleons Waterloo ging der Kaffeerausch in Paris erst richtig los. Rund 4000 Cafés wurden vor allem entlang der großen neuen Boulevards eröffnet. Cafe-Restaurants stiegen zu Feinschmeckeradressen auf. In der Belle Epoque schmückten sich neue Grandhotels mit Brasserien, Ballsälen und Cafeterrassen. In den 20er-Jahren bevölkerten die berühmtesten Künstler die Cafes am Boulevard Montparnasse: Pablo Picasso, Josephine Baker, Ernest Hemingway und viele andere. Nach dem Krieg erklärten Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir die Cafes von Saint-Germain zur Bühne der Existenzialisten. Zwar haben das Cafe aux deux Magots und das Cafe de Flore ihren alten intellektuellen Reiz verloren. Aber noch immer beginnen die schönsten Liebesgeschichten an einem wackligen Tisch irgendeines Cafes von Paris.

Elektronik - Kaffee App
Kaffee im modernen Zeitalter der Elektronik – Kaffee App

Niederlande

Für die Niederländer begann das eigentliche Kaffee-Zeitalter in dem Moment, als die ersten Säcke Java Kaffees in Amsterdam gelöscht wurden. Zwar hatten die ersten Koffiehuizen in Amsterdam und Den Haag bereits 1663 und 1664 eröffnet, aber erst der Kaffee von den indonesischen Inselkolonien machte aus der teuren Devisenverschwendung ein einträgliches Geschäft. In den Niederlanden gab es nie Konflikte zwischen Anhängern und Gegnern des Getränks, das die Arbeiter wach hielt und die Geschäfte der Kaufleute erst so richtig in Schwung brachte. Verbote wurden zu keiner Zeit verhängt.

Die Lust an teurem Nippes

Ihre gemütlichen Kaffeestuben schmückten die Holländer mit allen Zeichen ihres Wohlstands: Tafelsilber, feinstes Porzellan, teure Ölgemälde und jeder denk­bare Nippes fanden darin Platz. Schriftsteller und Ärzte sangen das hohe Lied des neuen Volksvergnügens rund um die Dröppel-Minna. In Amsterdam strahlen die braunen Cafes mit ihrer reichen Holzverkleidung und den vom Zigarettenrauch karamellfarben gewordenen Wände, noch unverändert ihren alten Charme aus. Auf den Gemälden tritt zu dieser Zeit die sittsame Kaffeetafel im Familienkreis an die Stelle der spätbarocken Saufgelage, die die alten Meister noch fasziniert hatten. Die Holländer sind – ganz anders als ihre Tee vernarrten ostfriesischen Verwandten – ein einig Volk von Kaffeetrinkern geblieben. Auch heute noch liegen die Niederlande im weltweiten Kaffeeverbrauch auf dem fünften Platz. Wie die Holländer Deutschen bevorzugen sie den Filterkaffee.

Österreich

Alle großen Erfindungen brauchen eine Legende – das Wiener Kaffeehaus bildet da keine Ausnahme. Sein offizielles Geburtsjahr ist 1683. Damals wurde das Türkenheer des Kara Mustapha nach monatelanger Belagerung vor den Toren Wiens geschlagen. Zurück blieben 500 Säcke mit ungerösteten Kaffeebohnen. Als Lohn für seine mutigen Kundschafterdienste erhielt der Pole Georg Franz Kol- schitzky die Ware, denn er wusste als Einziger, dass es kein Kamelfutter war. Der dankbare Magistrat schenkte ihm noch ein Haus am Stephansdom sowie 2000 Gulden. Ob es nun der Pole Kolschitzky war oder ein Armenier namens Johannes Diodato, der am 17. Januar 1685 mit kaiserlicher Erlaubnis die erste Kaffeestube Wiens eröffnete, darüber streiten sich die Gelehrten noch. Das Lokal hieß jedenfalls „Zur blauen Flasche“.

Anfangs wollte den Wienern der echt türkische Mokka mit seinem bitteren Bodensatz allerdings nicht recht munden. Mit Hilfe eines Siebs befreite man deshalb den Kaffee von seinem herben Beigeschmack. Honig, Milch und ein Löffel Schlagobers wirkten Wunder. Plötzlich schmeckte er so süß und mild wie ein Sahnebonbon. Als Wiener Melange machte das heiße Lustgetränk dann sehr schnell Furore. Der Bäcker Wendler in der Grünangergasse erfand noch das Kipferl dazu, ein dem türkischen Halbmond nachempfundenes süßes Hörnchen – und fertig war der Kaffee komplett. Die neue Zunft der Kaffeesieder mit kaiserlichem Privileg wuchs zunächst nur langsam und musste sich ständig mit den Schnapsbrennern herumzanken. Im Jahre 1730 berichtet der Chronist J. B. Küchelbecker aus Wien: Also findet man an die dreißig Caffe-Häuser. In solchen trifft man gemeiniglich die Novellisten an oder diejenigen, so sich um die Zeitungen kümmern, die Gazetten lesen, darüber diskutieren, und all die von Krieg und Frieden dezidieren.

Sessel, Tischchen und Spiegel

Die typische Einrichtung eines Wiener Kaffeehauses bestand gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus Spiegeln, Kristalllüstern, einem Billardtisch, einer großen Uhr und viel Porzellan. Echte oder falsche Marmortischchen und Sessel gab es auch schon. Am liebsten wurden sie in Eckhäusern eröffnet, mit guter Sicht auf die Straße. Zur Zeit Maria Theresias hatte sich das Kaffeetrinken bis in die untersten Volksschichten verbreitet. Es gab Cafes für jeden Stand und jeden Geldbeutel und Keuschheitskommissionen zur Wahrung der guten Sitten. Der Wiener Kongress, der Europa 815 neu ordnen sollte, dauerte wohl auch deshalb so lange, weil seine illustren Teilnehmer sich im Glanz der Ballsäle und Salons ausgesprochen wohl fühlten. Fürst Metternichs französischer Gegenspieler Talleyrand war ebenso listig wie galant. Aus Wien schickte er seiner Liebsten ein Päckchen Kaffee und schrieb dazu: Schwarz wie der Teufel, heiß wie die Hölle, süß wie die Liebe – Du und der Kaffee! Es begann die große Ära der Wiener Kaffeehäuser als Bühne der menschlichen Komödie. Die besten Häuser wurden Jahr für Jahr eleganter und komfortabler und traten an die Stelle der schöngeistigen Salons. Um 1839 zählte man schon 80 in der Stadt und weitere 50 in den Vororten Wiens. Jeder Wiener hatte sein Cafe, wo er bekannt war und vom wohlerzogenen Ober mit dem korrekten Titel angeredet wurde. Zur Biedermeierzeit gewöhnten es sich die Herren an, im Cafe den Zylinder aufzubehalten. Die Qual der Wahl zwischen den Kaffeespezialitäten war nirgendwo größer als in Wien. Sollte es Brauner, Schwarzer, Kapuziner, Einspänner oder eine Melange sein?

Billard und Stehgeiger

Nur die Stammgäste saßen Tag für Tag am gleichen Tisch, bestellten meist das Gleiche – und bekamen die gewohnte Lektüre unaufgefordert dazu. Der legendäre Thonet- Kaffeestuhl wurde erstmals 1850 geliefert. Das Billardspiel und das Schach boten sich als neue, fast lautlose Vergnügungen an, die niemand störten. In den feineren Cafes spielten Stehgeiger oder Streichertrios Polka und Walzer.

Die legendären Kaffeehäuser

Es ist unmöglich, alle Kaffeehaus-Legenden aufzuzählen. Berühmt waren im alten Wien das luxuriöse Cafe Milani und das Cafe Rebhuhn als Treffpunkt der Politik. Noch heute buhlen die Konkurrenten Cafe Sacher und Cafe Demel mit ihren berühmten Torten um die Gunst des Publikums. Auch in Wien blieb das Kaffeehaus der Obrigkeit stets als potenzielle Brutstätte demokratischer Gesinnung verdächtig. So kamen überall Metternichs Spitzel in den Genuss des Kaffees und der zensierten Blätter; die Überwachung der Gäste förderte nicht gerade den freien Meinungsaustausch. Doch die liberalen Kräfte des Vormärzes ließen sich nicht unterdrücken: Sie fanden sich im Kaffeehaus des Ignaz Neuner zusammen, wo auch Stifter und Grillparzer einkehrten.

Die letzte Zuflucht der Literaten

Das 1847 gegründete Cafe Griensteidl war allen Spionen zum Trotz ein legendärer Treffpunkt der Literaten und Künstler – und spielte eine wichtige Rolle als Versammlungsort der freisinnigen Elemente während der 1848er-Revolution. In seine niedrigen Gewölbe mit den rauchschwarzen Mauern kamen auch die Schauspieler vom Burgtheater und die Journalisten der linken Arbeiterzeitung. Als das klassische Literatencafe Griensteidl 1897 geschlossen wurde, schrieb Karl Kraus eine stilechte Kaffeehausblüte: Unsere Literatur sieht einer Periode der Obdachlosigkeit entgegen.
Die Wiener Boheme machte jedoch alle Umzüge ihrer Kaffeehäuser geduldig mit. Denn es handelte sich um eine Lebensgemeinschaft, stabiler als manche Ehe. Das Cafe Central in der Herrengasse hatte gar 200 Zeitungen aller Länder ausliegen. Von 1868 bis 1938, war es der Magnet für alle Literaten, Journalisten und Künstler: Lesehalle, Nachrichtenbörse und Wohnzimmer. Alfred Polgar beschrieb die Gäste sehr treffend als Leute, die allein sein wollen, dazu aber unbedingt Gesellschaft brauchen. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs meldeten Österreichs Sicherheitsbeamte dem Außenminister neue Gefahr im Verzug: Eine Revolution stehe zu befürchten, diesmal in Russland. Der Minister lachte und winkte ab: Aber gehn S’, wer soll denn die Revolution machen? Etwa unser kleiner Herr Bronstein aus dem Cafe Central? Der Mann, der gemeint war, trug Schnauzer und Zwickel, schrieb sozialistische Korrespondenzen und spielte Schach. In Moskau führte dieser Bronstein die Rote Armee in die Oktoberrevolution. Nur hieß er dort Leo Trotzki.

Ein ganz besonderes Flair

In Wien entstand um die Jahrhundertwende ein neuer Typ des Kaffeehausbesuchers: der melancholische Intellektuelle, der das Kaffeehaus zu seiner Weltanschauung machte, die darin bestand, die Welt gerade nicht anzuschauen. Alfred Polgar hat dies am Beispiel des Cafe Central beschrieben: Es ist ein rechtes Asyl für Menschen, die die Zeit totschlagen müssen, um von ihr nicht totgeschlagen zu werden.

Hilde Spiel würdigte die kulturelle Leistung des Kaffeehauses mit den Worten: Die Wiener gelangten in seiner dunstigen Atmosphäre zu jenem Schwebe- und Zwischenzustand, der ihrer Wirklichkeitsscheu, ihrer verborgenen Daseinsangst
angemessen war.
Man war nicht zu Hause und dennoch nicht an der frischen Luft. Geselligkeit war hier nie gefragt, die Bekanntschaften stets flüchtiger Natur. Das Wiener Kaffeehaus kann zwar nicht für sich beanspruchen, die Mutter aller Kaffeehäuser Europas zu sein, hat aber unbestritten in Prag und Budapest, in Zürich und Berlin den Stil seiner Nachahmer stark geprägt.
Auch heute noch denkt man bei Kaffeehaus unweigerlich an das typische Wiener Cafe. Die klassische Ära dieser kosmopolitischen Institution endete jedoch mit Hitlers Einmarsch im Jahre 1938. Das kleine Cafe Hawelka in der Dorotheergasse wurde dann nach dem Zweiten Weltkrieg der bevorzugte Fluchtpunkt für so begnadete Melancholiker wie Andre Heller und Helmut Qualtinger. Es hat aber auch den folgenden Touristenansturm mit Würde überlebt.

Deutschland

Als der Kaffeetaumel auch die deutschen Fürstentümer erfasste, gehörte dieses Genussmittel im westlichen Europa bereits zum Alltag. Von Venedig aus war schon im 17. Jahrhundert hin und wieder Kaffee in die Handelsstädte Nürnberg, Regensburg und Frankfurt gelangt. Doch die Begeisterung der Deutschen hielt sich damals noch in Grenzen, was nicht zuletzt an den enorm hohen Preisen lag.

Das erste Kaffeehaus, 1679 in Hamburg eröffnet, wurde noch hauptsächlich von englischen Kaufleuten frequentiert. Um 1800 zählte die Elbmetropole dann schon fast 1700 Kaffeehäuser. Und als Napoleons Truppen wenig später Hamburg besetzt hielten, schmuggelten die Hanseaten Tag und Nacht ebenso furchtlos wie phantasievoll ihren geliebten Kaffee aus dem damals dänischen Vorort Altona in die Stadt. Als Wiege des Kaffeebooms ist Hamburg neben Bremen immer noch das Zentrum des deutschen Kaffeehandels. In dem in viele Kleinstaaten zersplitterten Deutschland des 18. Jahrhunderts konnte Kaffee als öffentlich konsumiertes Stimulans eines immer selbstbewusster auftretenden Bürgertums nicht die revolutionäre Rolle wie in London, Paris und Wien

spielen. Dem deutschen Kaffeehaus fehlte – mit Ausnahme Berlins – die politische Funktion. Dessen ungeachtet wurde es später unge­heuer beliebt: als Jahrmarkt der Eitelkeiten, als Treffpunkt für Künstler, als Trost in allen Lebenslagen.

Der neue Luxus kommt nach Leipzig

Die sinnesfrohen Sachsen waren recht früh auf den Geschmack gekommen: In Leipzig eröffnete der Hofchocolatier Johann Lehmann 1694 das Kaffeehaus: Zum arabischen Kaffeebaum. Auch König August der Starke, ein barocker Genussmensch par excellence, trank dort seine erste Tasse mit großem Behagen. Alles, was aus Frankreich kam, war sehr in Mode. Die Messestadt Leipzig schmückte sich kokett mit dem Titel Klein- Paris und besaß bald mehr Kaffeehäuser als Berlin und Dresden zusammen. Der Ruf seiner acht Etablissements scheint aber damals etwas zweideutig gewesen zu sein. In einem Lexikon stand zu lesen: Kaffeemenscher heißen die liederlichen Weibsbilder, so in den Kaffeehäusern das Mannsvolk bedienen und ihm alle willigen Dienste erweisen. Friedrich Schiller erinnerte sich hingegen gerne an Leipziger Tage: Meine angenehmste Erholung ist es bisher gewesen, Richters Kaffeehaus zu besuchen, wo ich immer die halbe Welt Leipzigs zusammenfinde. Und im Händelschen Kaffeehaus saß Johann Wolfgang von Goethe als Student und schrieb Gedichte. Der sächsische Bliemchengaffe entstand aus dem verzweifelten Versuch, den Genuss mit Sparsamkeit zu paaren: Der Aufguss war so dünn, dass man am Tassenboden das Blümchenmuster erkennen konnte. Aber auf Meißner Porzellan!

Künstlercafes in München und Berlin

München war immer zu sehr eine Stadt des Bieres, um auch noch eine Kaffeemetropole zu werden. Erst spät im 19. Jahrhundert entstanden auch hier einige unvergessliche Kaffeehäuser, allen voran das Cafe Stefanie in der Theresienstraße. Schon vor dem Ersten Weltkrieg trafen sich hier die Münchner Maler, später wurden auch Zugereiste wie Thomas Mann, August Strindberg, Paul Klee und Joachim Ringelnatz geduldet. Es war die Zeit der Kunstrevolten und der Genies für einen Tag. Aber auch im Cafe Luitpold, wo sich die Maler des Blauen Reiters trafen, und im Hofgarten-Cafe Annast hat man nie einen solchen Kult um die Röstbohne betrieben wie im alten Wien. In den goldenen 2Oer-Jahren war Berlin die viertgrößte Stadt der Welt und der Kurfürstendamm – um mit den Worten des Amerikaners Thomas Wolfe zu sprechen – das größte Kaffeehaus Europas.

Die kurze Blüte des literarischen Cafes

Die Blütezeit der Berliner Cafes begann erst im Jahr 1825, als ein junger Wiener namens Kranzler Unter den Linden sein Cafe eröffnete. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kranzler vollständig zerstört. Das neu erbaute Haus an der Gedächtniskirche hat mit dem alten Kranzler nur noch den legendären Namen gemein. Die Klassiker Schilling und Möhring sind wieder auferstanden, und man spürt dort noch einen Hauch von Belle Epoque. Der schönste Künstlertreff Berlins war bis 1913 das Cafe des Westens am Kurfürstendamm, vom Volksmund Cafe Größenwahn getauft. Der Autor Max Krell schilderte, wie es dort zuging: Das Cafe war schon am späten Vormittag voll besetzt, mit einer Einschränkung: An jedem der Marmortischchen saß nur ein Gast, denn hier wurde gearbeitet. Zur vollen Orchesterbesetzung schwoll das Cafe des Westens am späten Abend an, vor und nach dem Theater. Da gab es keine Trennung der Generationen, der Stile, der Anschauungen, der Kunstsparten, und selbst die Träger von Frack und Abendkleid aus den Grunewaldvillen suchten an Premiereabenden die Tuchfühlung mit den Habitues des Cafes.

Als das Cafe des Westens 1913 renoviert wurde, fühlte sich die Boheme dort nicht mehr wohl und zog um ins neue Romanische Cafe. Hier schlug nun wirklich der Puls der Weltstadt, es war ein Schmelztiegel der Kulturen, ein Wartesaal des Genius. Egon Erwin Kisch, der rasende Reporter, Joachim Ringelnatz und Erich Kästner saßen links von der Drehtür und schrieben, rechts von der Drehtür versammelten sich angehende Talente, Schauspieler und arme Schlucker, die sich stundenlang an einer Tasse Kaffee festhielten. Das literarische Cafe war nach 1945 nicht mehr zum Leben zu erwecken, ihm war in Berlin nur eine kurze, heftige Blüte vergönnt.

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